Instagram Shopping: Fluch oder Segen für Online-Shops?

Seit März 2018 steht Instagram Shopping nun schon in Deutschland als eine weitere Online-Verkaufsplattform zur Verfügung und hat seit dessen Einführung auch mit Blick auf die Zukunft des E-Commerce für viel Gesprächsstoff gesorgt – erst recht, seit inzwischen Tests zu einem integrierten Check-Out-Prozess laufen, bei dem der Nutzer die App bei einem Kauf vielleicht gar […]


Seit März 2018 steht Instagram Shopping nun schon in Deutschland als eine weitere Online-Verkaufsplattform zur Verfügung und hat seit dessen Einführung auch mit Blick auf die Zukunft des E-Commerce für viel Gesprächsstoff gesorgt – erst recht, seit inzwischen Tests zu einem integrierten Check-Out-Prozess laufen, bei dem der Nutzer die App bei einem Kauf vielleicht gar nicht mehr verlassen wird.

 

Fließender Übergang zwischen Branding und Verkauf

Als eine der Social Media Plattformen schlechthin mit über einer Milliarde monatlicher Nutzer ist es klar, dass die Shopping Erweiterung der Facebook-Tochter für Unternehmen eine attraktive Ergänzung des Portfolios an Verkaufskanälen darstellt – oder für kleine Anbieter sogar den Fokus der eigenen Online-Präsenz. Smart genutzt kann hier sowohl gezieltes Branding erfolgen, als nun auch direkt vom Marketing der eigenen Produkte zu deren Verkauf übergegangen werden. Gerade dieser fließende Übergang von unaufdringlichem Marketing hin zum Verkauf von Artikeln dürfte eine der größten Stärken von Instagram Shopping sein. Eine gute Instagram Story oder ein schickes Foto, auf dem die Produkte ansprechend platziert sind und schon klickt sich der potentielle Kunde im Idealfall wenig später durch’s Sortiment.

Ein Muss für jeden der mit der Zeit gehen will?

Aber ist Instagram Shopping somit für alle Händler ein Muss und ein Kanal, der auf jeden Fall mindestens als Ergänzung genutzt werden sollte? Das kommt ganz auf die Bedingungen an, welche die Artikel, die man anzubieten plant, mit sich bringen und über die man sich vorher genauer informieren sollte. Als kurzes Beispiel: da Nahrungsergänzungsmittel sehr strikte Vorgaben bei der Kennzeichnungspflicht (und u.a. der Angabe des Grundpreises) haben, wären die Bedingungen für einen direkten Verkauf dieser auf Instagram kaum einzuhalten. Dies dürfte einer der Gründe sein, warum diese auch vom Verkauf via Instagram Shopping ausgeschlossen sind. Was aber entsprechende Anbieter natürlich nicht davon abhalten sollte, Instagram trotzdem zumindest als Marketing Plattform zu nutzen. Gerade Hersteller von Nahrungsergänzungsmitteln erreichen hier ja genau ihre Zielgruppe und können das Potential der Plattform, Nutzer über visuelle Reize anzusprechen, voll ausspielen.

Ein Blick in die Handelsrichtlinien von Facebook, die auch für Instagram gelten, ist aber in jedem Falle Pflicht, um über die Angebotsbedingungen Bescheid zu wissen.

Wichtig ist also, sich vorher ausreichend Gedanken zu machen. Erlaubt mir Instagram Shopping überhaupt, die gesetzlichen Vorgaben für den Verkauf meines Produkts dort einzuhalten, oder nutze ich die Plattform lieber doch nur als Marketing Fläche? Passt mein Produkt überhaupt zu Instagram als visueller Plattform und zu den dort dominanten Themen (Mode, Essen, Reisen, Fitness und Design), wegen denen Nutzer dort sind? Und eignet es sich für Spontankäufe, für welche sich Instagram Shopping am ehesten anbietet?

Sollte man diese Fragen alle mit “ja” beantworten können, hat man mit Instagram Shopping sehr wahrscheinlich eine hervorragende Plattform, um weitere Kunden zu erreichen.